Christinnen und Christen glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Bei einer Beerdigung nehmen Menschen Abschied von einem verstorbenen Menschen. Zur kirchlichen Beerdigung gehören ein Gottesdienst und die anschließende Beisetzung des Verstorbenen. Bei der Feier wird der Verstorbene ausgesegnet, das heißt in Gottes Hand übergeben. Die Beerdigung ist aber nicht nur eine Feier für den Verstorbenen, sondern auch ein wichtiger Moment für die Angehörigen. Gebete und Lieder helfen, mit der eigenen Trauer umzugehen. Die Angehörigen können Gott für das Leben des Verstorbenen danken, aber auch Trost und Vergebung erfahren für die Zeiten, in denen das Zusammenleben schwierig war.Die kirchliche Beerdigung ist der Ort, an dem sich Christinnen und Christen in besonderer Weise ihres eigenen Glaubens vergewissern: Christus ist auferstanden, und der Tag wird kommen, an dem er wiederkommt und das Reich Gottes vollendet. Dann werden alle, die an ihn glauben, Verstorbene und Lebende, an Gottes neuer Welt teilhaben. Bei Beerdigungen teilen Christinnen und Christen diese Hoffnung miteinander und trösten einander: Selbst wenn der Schmerz über die Trennung von einem geliebten Menschen groß ist, der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Leben endet nicht mit dem Tod, Christus hat den Tod besiegt.

Den richtigen Gedenkort finden

Soll mein Angehöriger in einem Erd- oder in einem Urnengrab bestattet werden? Solchen Fragen stellt sich kein Mensch gern. Und doch müssen sie im Todesfall innerhalb weniger Tage beantwortet werden. Vom klassischen Grab mit Grabstein oder Kreuz über die Bestattung in einem Friedwald bis hin zur Seebestattung auf offenem Meer – längst schon sind die Erd- und Feuerbestattung nicht mehr die einzigen Alternativen, zwischen denen Angehörige wählen können. Viele Gefühle, aber auch der ganz persönliche Glaube spielen bei der Entscheidung für eine Bestattungsform mit. Wie gut, wenn das Thema schon zu Lebzeiten besprochen wurde. Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Dennoch empfiehlt es sich, sich die Zeit zu nehmen, sich gut zu informieren, und gemeinsam zu beraten, welche Bestattungsform dem Wesen des Verstorbenen und den Bedürfnissen der Angehörigen am meisten entspricht. Bei aller Vielfalt der Möglichkeiten gibt es in Bayern doch auch klare rechtliche Regelungen, die im Bayerischen Bestattungsgesetz zusammengefasst sind. Dieses umfasst die Pflicht zur Bestattung, die Beisetzung in Sarg oder Urne sowie die Regelung für Friedhöfe. Eine Beisetzung außerhalb von Friedhöfen ist nach diesem Gesetz nur mit Genehmigung möglich.

Ohne Kreuz und Grabstein?

Immer mehr Menschen wünschen sich heute, anonym, also ohne Namensnennung, beerdigt zu werden. Viele Friedhöfe haben dafür eigene Rasenflächen vorgesehen. Auch wenn die Betroffenen aus ihrer Sicht gute Gründe dafür haben, so ist diese Entwicklung aus christlicher Sicht kritisch zu betrachten. Als Christen bekennen wir, dass Gott uns in der Taufe bei unserem Namen gerufen und jedem seine eigene Würde gegeben hat – eine Würde, die auch mit dem Tod nicht aufhört. Deshalb sollte eine kirchliche Bestattung immer mit der Nennung des Namens des Toten verbunden sein. In ihrem Bemühen, Angehörige zu entlasten, übersehen manche Manschen auch, wie wichtig es für viele Hinterbliebene ist, einen konkreten Ort für ihre Trauer zu haben, an dem sie allein oder gemeinsam der Toten gedenken können.

(Quelle: https://www.ekd.de/Beerdigung-11041.htm; https://bestattung.bayern-evangelisch.de/kirchliche-bestattung.php)